Die Durchlässigkeit des Baugrunds ist in München ein entscheidender Parameter, insbesondere in den quartären Schotterebenen der Münchner Schotterfläche und den tertiären Feinsedimenten. Der Felddurchlässigkeitsversuch nach DIN EN ISO 22282, durchgeführt als Lefranc- oder Lugeon-Test, liefert hierfür die maßgebenden Kennwerte. In unserer Erfahrung zeigt sich, dass die stark variierenden Grundwasserstände zwischen Isar-Hochufer und den tieferen Lagen in Freimann eine sorgfältige In-situ-Bestimmung erfordern, die Laborwerte allein nicht leisten können. Gerade in München, wo auf engem Raum kiesige Rinnenfüllungen und geringdurchlässige Mergel wechseln, ist die punktuelle Feldmessung unverzichtbar. Kombiniert man die Ergebnisse mit einer detaillierten Korngrößenanalyse, lassen sich die gemessenen kf-Werte plausibilisieren und in das geologische Modell einbinden, was für eine sichere Dimensionierung von Wasserhaltungen bei tiefen Baugruben in der Innenstadt unabdingbar ist.
Die präzise In-situ-Durchlässigkeit ist bei Münchens heterogenem Quartär-Untergrund die Basis jeder wirtschaftlichen Wasserhaltungs- und Abdichtungsplanung.