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Felddurchlässigkeitsversuch (Lefranc/Lugeon) in München: Normgerechte Durchlässigkeitsermittlung

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Die Durchlässigkeit des Baugrunds ist in München ein entscheidender Parameter, insbesondere in den quartären Schotterebenen der Münchner Schotterfläche und den tertiären Feinsedimenten. Der Felddurchlässigkeitsversuch nach DIN EN ISO 22282, durchgeführt als Lefranc- oder Lugeon-Test, liefert hierfür die maßgebenden Kennwerte. In unserer Erfahrung zeigt sich, dass die stark variierenden Grundwasserstände zwischen Isar-Hochufer und den tieferen Lagen in Freimann eine sorgfältige In-situ-Bestimmung erfordern, die Laborwerte allein nicht leisten können. Gerade in München, wo auf engem Raum kiesige Rinnenfüllungen und geringdurchlässige Mergel wechseln, ist die punktuelle Feldmessung unverzichtbar. Kombiniert man die Ergebnisse mit einer detaillierten Korngrößenanalyse, lassen sich die gemessenen kf-Werte plausibilisieren und in das geologische Modell einbinden, was für eine sichere Dimensionierung von Wasserhaltungen bei tiefen Baugruben in der Innenstadt unabdingbar ist.

Die präzise In-situ-Durchlässigkeit ist bei Münchens heterogenem Quartär-Untergrund die Basis jeder wirtschaftlichen Wasserhaltungs- und Abdichtungsplanung.

Methodik und Umfang

Die geologischen Verhältnisse Münchens stellen besondere Anforderungen an die Durchlässigkeitsprüfung. Während in den nördlichen Stadtteilen wie Feldmoching mächtige, grobe Schotterpakete dominieren, die für Lugeon-Tests im Fels oder Lefranc-Versuche mit konstanter Druckhöhe prädestiniert sind, erfordern die feinsandigen Schluffe im Südosten ein angepasstes Vorgehen mit geringen Injektionsraten. Das Team setzt auf flexible Packersysteme, um isolierte Horizonte gezielt zu testen und Stockwerkseigenschaften zu erkennen. Bei der Planung von Versickerungsanlagen in München ist zusätzlich der jahreszeitlich schwankende Grundwasserspiegel zu beachten – ein Aspekt, dem wir durch eine sorgfältige In-situ-Durchlässigkeitsmessung Rechnung tragen. Die Ergebnisse fließen direkt in die Empfehlungen zur Bauwerksabdichtung ein, etwa wenn für ein Untergeschoss im grundwassernahen Lehel der Bemessungswasserstand festzulegen ist. Ergänzend bietet sich bei komplexen Schichtfolgen eine Vorerkundung mittels CPT-Versuch an, um die genaue Tiefenlage der zu testenden Horizonte festzulegen.
Felddurchlässigkeitsversuch (Lefranc/Lugeon) in München: Normgerechte Durchlässigkeitsermittlung
Technisches Referenzbild — Munich

Lokale Besonderheiten

Mit über 1,5 Millionen Einwohnern und einem anhaltenden Baudruck entstehen in München immer mehr Projekte in hydrogeologisch sensiblen Zonen, etwa entlang der Isarauen oder im Bereich der ehemaligen Stadtbäche. Wird die Felddurchlässigkeit nicht ausreichend erkundet, drohen gravierende Folgen: unerwartete Wasserzutritte in Baugruben können Setzungen an der Nachbarbebauung auslösen, wie es in der dicht bebauten Maxvorstadt schnell kritisch wird. Ein zu optimistisch angesetzter kf-Wert führt zu unterdimensionierten Pumpensystemen und langen Bauverzögerungen. Besonders tückisch sind die oft übersehenen Schlufflinsen im Münchner Schotter, die als lokale Wasserstauer wirken und bei Aushubarbeiten plötzliche Vernässungen verursachen. Ein belastbarer Feldversuch, gestützt durch eine solide SPT-Bohrung zur stratigraphischen Kontrolle, minimiert dieses Risiko und liefert dem Bauherrn die notwendige Planungssicherheit, um wirtschaftliche und terminliche Verwerfungen zu vermeiden.

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Technische Parameter

ParameterTypischer Wert
PrüfverfahrenLefranc (Lockergestein) & Lugeon (Fels), DIN EN ISO 22282-2/3
Ermittelter KennwertDurchlässigkeitsbeiwert kf [m/s]
Typische Prüftiefe in München3 bis 40 m u. GOK
PackersystemEinfach- oder Doppelpacker, pneumatisch oder mechanisch
Versuchsdauer pro Horizont45 bis 120 Minuten, abhängig von Konsolidierung
DokumentationDruck-Zeit-Diagramme, Fließrate, Akkreditierungsbericht
AnwendungsbereichBaugruben, Tunnel, Versickerung, Abdichtung, kontaminierte Standorte

Zugehörige Fachleistungen

01

Lefranc-Versuch (Lockergestein)

Durchlässigkeitsbestimmung in Kiesen und Sanden der Münchner Schotterebene mittels konstanter oder fallender Druckhöhe im Bohrloch. Inklusive Auswahl der Testintervalle auf Basis des Schichtenprofils.

02

Lugeon-Test (Fels)

Wasserdruckversuch im geklüfteten Fels, relevant für Projekte am Isarhang oder im südlichen Stadtgebiet. Ermittlung der Gebirgsdurchlässigkeit mit bis zu 5 Druckstufen je Intervall.

03

Versickerungsgutachten

Kombination aus Feldversuch und Bemessung nach DWA-A 138 für die Planung von Rigolen, Mulden und Sickerschächten, unter Berücksichtigung des Grundwasserflurabstands und der hydraulischen Leitfähigkeit.

Geltende Normen

DIN EN ISO 22282-2: Geotechnische Erkundung – Felduntersuchungen – Versickerungsversuche im Bohrloch, DIN EN ISO 22282-3: Geotechnische Erkundung – Felduntersuchungen – Wasserdruckversuch im Fels (Lugeon), DIN 18130-1: Wasserdurchlässigkeit – Teil 1: Laborversuche, DIN 4020: Geotechnische Untersuchungen für bautechnische Zwecke

Häufige Fragen

Welcher Versuch ist für mein Bauvorhaben in München der richtige – Lefranc oder Lugeon?

Das hängt vom Baugrund ab. Im Lockergestein, also den für München typischen quartären Kiesen und Sanden, wird der Lefranc-Versuch nach DIN EN ISO 22282-2 angewendet. Steht das Projekt im Bereich der tertiären Aufragungen oder am Isarhang mit anstehendem Fels, kommt der Lugeon-Test gemäß Teil 3 der Norm zum Einsatz. Unser Team legt die Methode nach der Bohrkernansprache fest.

Was kostet ein Felddurchlässigkeitsversuch in München?

Der Preis beinhaltet die Versuchsdurchführung, die Auswertung und den Prüfbericht.

Warum reicht ein Laborversuch zur Bestimmung des kf-Werts nicht aus?

Laborversuche an gestörten oder kleinen Proben erfassen nicht die Makrostruktur des Bodens, wie etwa die für Münchner Schotter typischen, groben Kieslagen oder Klüfte. Der Feldversuch misst die Durchlässigkeit im natürlichen Verbund und über einen größeren Einflussbereich, was für die Dimensionierung von Wasserhaltungen und die realitätsnahe Abschätzung von Wasserandrang entscheidend ist.

Standort und Servicegebiet

Wir betreuen Projekte in Munich und seinem Großraum.

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